Systemmedizin: Wunsch und Wirklichkeit

Wissenschaftliche Abschlusstagung des Verbundprojektes MENON - Medizintheoretische, normative und ökonomische Evaluation der Systemmedizin; 27. und 28. April 2017 im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Wissenschaftliche Abschlusstagung des Verbundprojektes MENON - Medizintheoretische, normative und ökonomische Evaluation der Systemmedizin; 27. und 28. April 2017 im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald

 

Am 27. und 28.04. findet im Krupp-Kolleg eine Tagung zur Systemmedizin statt. Die Veranstaltung läuft unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Steffen Fleßa, Privatdozent Dr. Dr. Martin Langanke und Dr. rer. medic. Tobias Fischer.

Die Tagung ist für alle interessierten Zuhörer offen.

Die Systemmedizin stellt einen neuen Ansatz in der biomedizinischen Forschung dar, der sich durch die Nutzung systembiologischer Modellierungsverfahren und Algorithmen in der Medizin sowie durch die systematische Verfügbarmachung großer Datenmengen aus verschiedensten Quellen für die Versorgung auszeichnet. Das Spektrum potentiell relevanter Daten reicht dabei von Routinedaten über verschiedene omics-Daten zu Daten aus Bildgebung und epidemiologischen Studien.

Die Integration derartig vielfältiger Informationen in die Behandlung samt einer Nutzung systembiologisch fundierter Algorithmen in der Versorgungsroutine wird als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer effektiveren und effizienteren Medizin der Zukunft angesehen. Diese Vision wirft jedoch auch ethische und ökonomische Fragen auf: So könnte die Entwicklung und Implementierung von algorithmen-basierten Diagnose- und Therapieentscheidungstools den schon bestehenden Trend hin zu einer immer größeren Abhängigkeit der ärztlichen Entscheidungsfindung von „Big-Data“-Systemen noch weiter verstärken.

Einen weiteren Problemkomplex stellt das mit der Erschließung verschiedenster Datenquellen mutmaßlich ansteigende Risiko für sogenannte Zusatz- und Nebenbefunde dar. Denn falls solche Befunde tatsächlich signifikant zunehmen, müsste ethisch geklärt werden, wer über ihre Mitteilungsbedürftigkeit entscheiden soll, wie sie mitgeteilt werden sollen und wie sie im Behandlungskontext verantwortbar priorisiert werden können. Schließlich müssen aber auch die durch Zusatzbefunde potentiell entstehenden Kosten und Erlöse untersucht werden.

Die Tagung des MENON-Konsortiums wendet sich diesen ethischen und ökonomischen Herausforderungen zu und versucht so zur Klärung der normativen und ökonomischen Voraussetzungen einer gelingenden Translation der Systemmedizin in die Versorgung beizutragen.

Die wissenschaftliche Abschlusstagung des Verbundprojektes MENON - Medizintheoretische, normative und ökonomische Evaluation der Systemmedizin – des Lehrstuhls für Systematische Theologie und des Lehrstuhls für ABWL und Gesundheitsmanagement der Universität Greifswald, des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Greifswald und des Alfried Krupp Wissenschaftskollegs Greifswald wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Projektträger DLR) und von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung, Essen.

Termin:

27. und 28. April 2017
Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald


Wissenschaftliche Leitung:

Dr. rer. medic. Tobias Fischer, M.A.
Professor Dr. Steffen Fleßa
Privatdozent Dr. Dr. Martin Langanke


Download:

Tagungsprogramm (Themen, Referenten) (PDF)

Weitere Informationen:

Forschungsprojekt MENON - Medizintheoretische, normative und ökonomische Evaluation der Systemmedizin

 

Referenten der Fakultät:

27. April 2017, 10.30 Uhr — 11.15 Uhr
Systemmedizin – Hype oder Revolution
Professor Dr. Steffen Fleßa

27. April 2017, 14.15 Uhr — 15.00 Uhr
Erlösrelevanz von Depressionen im Krankenhaus
Susan Raths, M. Sc.

27. April 2017, 15.30 Uhr — 16.15 Uhr
Kosten und Zusatzbefunde der Ganzkörper-Computertomografie
Christin Thum, M. Sc. zusammen mit Dr. Robin Bülow

 

 


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