Lehrstuhl für ABWL und Gesundheitsmanagement

Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Steffen Fleßa  


MENON - Medizintheoretische, normative und ökonomische Evaluation der Systemmedizin

Wissenschaftliche Abschlusstagung des Verbundprojektes MENON

27. und 28. April 2017 im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald

Systemmedizin - Wunsch oder Wirklichkeit

Die Tagung des MENON-Konsortiums wendet sich ethischen und ökonomischen Herausforderungen der Systemmedizin zu und versucht so zur Klärung der normativen und ökonomischen Voraussetzungen einer gelingenden Translation dieser in die Versorgung beizutragen.

Wissenschaftliche Leitung:
Dr. Tobias Fischer
Professor Dr. Steffen Fleßa
Privatdozent Dr. Dr. Martin Langanke

Weitere Informationen:
Susan Raths
susan.raths(at)uni-greifswald(dot)de

Programm:
Vollständiges Tagungsprogramm (PDF)

MENON - Medizintheoretische, normative und ökonomische Evaluation der Systemmedizin

Die Systemmedizin stellt einen neuen, IT-getriebenen Ansatz in der biomedizinischen Forschung dar. Dabei können zwei Richtungen systemmedizinscher Forschung unterschieden werden: Zur Systemmedizin im engeren Sinn gehören grundlagenorientierte Untersuchungen zur bioinformatischen und systembiologischen Modellierung von Entstehungsprozessen komplexer Erkrankungen. Zur Systemmedizin im weiteren Sinn zählen auch Ansätze, die die medizininformatische Integration großer Datenmengen in die Patientenversorgung zum Ziel haben. Gerade die zweite Spielart der Systemmedizin schließt dabei an Entwicklungen auf dem Feld der Individualisierten Medizin an, deren Etablierung am Standort Greifswald seit 2009 im Rahmen des Konsortiums „GANI_MED – Greifswald Approach to Individualized Medicine“ vorbereitet wird.

Einen weiteren Problemkomplex im Zusammenhang mit der Nutzung großer Datenmengen im Rahmen einer medizinischen Behandlung stellen Zusatz- und Nebenbefunde dar. Darunter versteht man Befunde, nach denen nicht gezielt im Rahmen der Behandlung gesucht wurde, sondern die „zufällig“ mit erhoben wurden. Der Anteil solcher Zusatz- und Nebenbefunde könnte, wie aktuelle Entwicklungen in Genetik und Bildgebung bereits heute erkennen lassen, mit der Etablierung der Systemmedizin quantitativ und qualitativ dramatisch zunehmen. Daraus wiederum ergibt sich ethischer und ökonomischer Gestaltungsbedarf im Hinblick auf die Befunderhebung selbst sowie die Bewertung, Einordnung und Übermittlung von Zusatzbefunden an Patienten. In ethischer Perspektive müssen Fragen nach verantwortbaren Priorisierungskriterien und patientengerechten Kommunikationsprozessen sowie Fragen der Patientenaufklärung dringend beantwortet werden. Die Gesundheitsökonomik muss hingegen Herausforderungen in den Blick nehmen, die die Höhe der zu erwartenden Kosten, Erlöse und Nutzeneffekte der Systemmedizin, sowie die Abrechnungsfähigkeit der an Zusatzfunde anknüpfenden Behandlungen betreffen.

Quelle: http://www.theologie.uni-greifswald.de/sys/ethik/projekte/menon.html


Kontakt

Prof. Dr. Steffen Fleßa

Friedrich-Loeffler-Straße 70
17489 Greifswald
Tel.: +49 (0)3834 420-2476
steffen.flessa(at)uni-greifswald(dot)de