Horst Dreier - Vom Schutz der Verfassung (Greifswalder Rechtsvorträge)

Im Rahmen der Greifswalder Rechtsvorträge sowie der diesjährigen Legal Masterclass 2026 hielt Prof. Dr. Horst Dreier am 21.05.2026 in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Auditorium im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald einen Vortrag zum Thema „Vom Schutz der Verfassung“. 

Dabei untersuchte Horst Dreier die verfassungsrechtlichen Schutzmechanismen, die das Grundgesetz bereithält, namentlich die sogenannte Ewigkeitsklausel (Art. 79 Abs. 3 GG), die Instrumente der wehrhaften Demokratie (Grundrechtsverwirkung, Vereinigungs- und Parteiverbote) sowie die Verfassungstreuepflicht der Beamten gemäß Art. 33 GG.

Horst Dreier gelangte zu dem Ergebnis, dass diese Regelungen zwar durchaus wichtige „Verfassungsschutzbestimmungen“ darstellen, letztlich jedoch keine abschließende Gewähr dafür bieten können, dass Feinde des demokratischen Verfassungsstaates dessen Ordnung nicht doch eines Tages beseitigen. Entscheidend sei vielmehr ein anderer Aspekt: der Schutz der Verfassung durch die Zivilgesellschaft. 

Keine Verfassung könne auf Dauer bestehen, wenn sie nicht von den Bürgerinnen und Bürgern getragen werde. Es komme also darauf an, die Angebote der freiheitlichen Verfassung zu nutzen.

 

Der Referent

Horst Dreier war bis zu seiner Emeritierung im Spätsommer 2020 Inhaber des Lehrstuhls für Rechtsphilosophie, Staats- und Verwaltungsrecht an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie der Leopoldina. Seine Forschungsschwerpunkte liegen neben den Grundfragen des Verfassungsrechts im Bereich der Verfassungs- und Ideengeschichte, der Bioethik und des Religionsverfassungsrechts.

 

Die Veranstaltungsreihe

Die Greifswalder Rechtsvorträge bieten Angehörigen der Universität Greifswald sowie Vertreter und Vertreterinnen der juristischen Praxis Gelegenheit zum wissenschaftlichen Austausch. Im Sommersemester 2026 findet eine Vortragsreihe zum Thema "Populismus im Verfassungsstaat" statt sowie ein Vortrag von Michael Kunze zu Rudolf von Jhering und Bernhard Windscheid.

 


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