ISOLUME (IndicatorS Of changing Lightscapes in Underwater Marine Ecosystems)
Neues interdisziplinäres Drittmittelprojekt zu mariner Lichtverschmutzung gestartet
Das internationale Forschungsprojekt ISOLUME (IndicatorS Of changing Lightscapes in Underwater Marine Ecosystems) untersucht die Ursachen und Folgen sich verändernder Lichtverhältnisse in marinen Ökosystemen. Im Fokus stehen insbesondere europäische Küsten- und Meeresgebiete, in denen natürliche Lichtbedingungen zunehmend durch menschliche Aktivitäten beeinflusst werden. Neben künstlicher Beleuchtung in Küstenregionen, Häfen und Städten spielt dabei auch die zunehmende Trübung von Küstengewässern („coastal darkening“) eine wichtige Rolle. Beide Faktoren verändern die natürlichen Lichtverhältnisse im Wasser und können erhebliche Auswirkungen auf marine Organismen und Ökosysteme haben.
Ziel des Projekts ist es, die räumliche und zeitliche Dynamik sogenannter underwater lightscapes besser zu verstehen und die Ursachen sowie ökologischen Folgen dieser Veränderungen zu analysieren. Zu diesem Zweck untersucht ein internationales Forschungskonsortium aus mehreren europäischen Ländern, wie sich Lichtverhältnisse in verschiedenen europäischen Meeresregionen über längere Zeiträume verändert haben und welche physikalischen, ökologischen und anthropogenen Faktoren dabei eine Rolle spielen.
ISOLUME verbindet dabei naturwissenschaftliche und gesellschaftswissenschaftliche Perspektiven. Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen analysieren historische Daten, führen Feldmessungen durch und entwickeln Modelle, um die Ausbreitung von Licht in marinen Ökosystemen sowie dessen ökologische Auswirkungen besser zu verstehen.
Das Institut für Energie-, Umwelt- und Seerecht (IfEUS) der Universität Greifswald ist für die Analyse und Fortentwicklung des Rechtsrahmens, die Bezüge zu marinen Lichtverschmutzungen aufweisen, verantwortlich. Das rechtswissenschaftliche Teilprojekt wird von Prof. Dr. Sabine Schlacke geleitet und durch die wissenschaftliche Mitarbeiterin Melina Bartmuß (IfEUS) unterstützt. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung bestehender nationaler, europäischer und internationaler Rechtsrahmen zum Umgang mit Lichtverschmutzung sowie die Identifikation möglicher Regelungslücken. Auf dieser Grundlage sollen Policy-Perspektiven und Governance-Empfehlungen entwickelt werden, um den Schutz mariner Ökosysteme vor den Auswirkungen künstlichen Lichts zu verbessern und wissenschaftliche Erkenntnisse stärker in Umweltpolitik und Regulierung zu integrieren.
Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis der ökologischen Auswirkungen künstlichen Lichts und zur Entwicklung geeigneter rechtlicher und politischer Steuerungsinstrumente zum Schutz mariner Ökosysteme.