Die Mehrheitsregel in der populistischen Revolte (Greifswalder Rechtsvorträge)

Der autoritäre Populismus wendet sich gegen den demokratischen Verfassungsstaat, sobald er an der Macht ist. Angesichts dessen beunruhigen die Wahlerfolge, die autoritär-populistische Parteien (auch) hierzulande feiern. Die etablierten Parteien reagieren darauf mit einer Politik, die vornehmlich auf Ausgrenzung der Populisten und Entpolitisierung setzt. Diese politische Konstellation nehmen die Greifswalder Rechtsvorträge im Sommersemester 2026 zum Anlass, sich aus rechts- und politikwissenschaftlicher Perspektive dem Verhältnis von Populismus und demokratischem Verfassungsstaat zu nähern.

Der fünfte Vortrag zum Thema „Die Mehrheitsregel in der populistischen Revolte“ findet am 01.07. um 18.15 Uhr im Hörsaal 1.22, Ernst-Lohmeyer-Platz 1 statt. Referieren wird Prof. Dr. Christoph Möllers, LL.M. (Chicago) von der Humboldt-Universität zu Berlin. 

Der Vortrag

Ist ein Mangel an einfachen Mehrheitsentscheidungen in modernen Verfassungsstaaten Ursache für populistischen Protest? Beobachten wir gar Widerstand gegen eine Überkonstitutionalisierung. Diese These wird in den letzten Jahren diskutiert. Sie lädt dazu ein, über den (unterschätzten) Status der Mehrheitsregel im Verfassungsrecht wie auch über die Frage nachzudenken, welchen Einfluss staatsorganisatorische Arrangements auf die politischen Konflikte der Gegenwart haben können. 

Der Referent

Christoph Möllers ist Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der HU zu Berlin und Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Theoretisch interessiert er sich für deutsches und europäisches Verfassungsrecht, Verfassungstheorie und die Theorie sozialer Normen. Praktisch hat er als Prozessbevollmächtigter vor dem Bundesverfassungsgericht für Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung wie auch als Gutachter zu verfassungsrechtlichen Debatten beigetragen. Seine letzten Buchveröffentlichungen: Theorien der Verfassung 2024 (mit Sabine Müller-Mall);  Demokratie und Gewaltengliederung 2025; Unverbindlicher Eigensinn. Über Freiheiten und Unfreiheiten der Kunst 2025.

Die Veranstaltungsreihe

Die Greifswalder Rechtsvorträge bieten Angehörigen der Universität Greifswald und Vertreter*innen der juristischen Praxis Gelegenheit zum wissenschaftlichen Austausch.

 


Zurück zu allen Meldungen