Der autoritäre Populismus wendet sich gegen den demokratischen Verfassungsstaat, sobald er an der Macht ist. Angesichts dessen beunruhigen die Wahlerfolge, die autoritär-populistische Parteien (auch) hierzulande feiern. Die etablierten Parteien reagieren darauf mit einer Politik, die vornehmlich auf Ausgrenzung der Populisten und Entpolitisierung setzt. Diese politische Konstellation nehmen die Greifswalder Rechtsvorträge im Sommersemester 2026 zum Anlass, sich aus rechts- und politikwissenschaftlicher Perspektive dem Verhältnis von Populismus und demokratischem Verfassungsstaat zu nähern.
Der erste Vortrag zum Thema „Die populistische Versuchung. Wo rote Linien laufen und wer sie zieht.“ findet am 06.05. um 18.15 Uhr im Hörsaal 1.22, Ernst-Lohmeyer-Platz 1 statt. Referieren wird die ehemalige Richterin des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Susanne Baer von der Humboldt-Universität zu Berlin.
Der Vortrag
In Deutschland markieren das Grundgesetz und in Mecklenburg-Vorpommern die Landesverfassung, wie unsere Gesellschaft funktionieren soll und kann. Verfassungsgerichte sind dafür da, diese roten Linien möglichst klar zu ziehen. Wie funktioniert das – auch gegen die populistische Versuchung – und wie finden wir dazu selbst in großen Kontroversen noch Konsens?
Die ehemalige Verfassungsrichterin Susanne Baer erzählt von der Arbeit in „Karlsruhe“ in ihrem Buch „Rote Linien“, von der Idee über die Arbeit mit den Akten, von den Beratungen als „Herzschrittmachern“ des Grundgesetzes bis zu Machtworten, die nie das letzte Wort sind. Im Nachgang des Vortrags besteht die Möglichkeit, das Buch käuflich zu erwerben und/oder von der Referentin signieren zu lassen.
Die Referentin
Susanne Baer ist ordentliche Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Gastprofessorin an der University of Michigan sowie an der London School of Economics. Sie wurde mehrfach international ausgezeichnet. Als Richterin im Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts war sie u.a. beteiligt an den Entscheidungen zum Klimaschutz, zum „Dritten Geschlecht", zum Sicherheitsrecht und zu den Sanktionen beim Bürgergeld. Ihr Buch „Rote Linien“ wurde 2025 zum SPIEGEL-Beststeller und ist das erste deutsche Sachbuch dieser Art.
Die Veranstaltungsreihe
Die Greifswalder Rechtsvorträge bieten Angehörigen der Universität Greifswald und Vertreter*innen der juristischen Praxis Gelegenheit zum wissenschaftlichen Austausch.
