Fachbereich Rechtswissenschaften und Dekanat sind umgezogen

Den Fachbereich Rechtswissenschaften und das Dekanatsbüro finden Sie ab Ende September 2022 unter der Adresse Ernst-Lohmeyer-Platz 1, 17489 Greifswald (Campus Loefflerstraße). Es stehen genügend Fahrradstellplätze zur Verfügung. Direkt gegenüber befindet sich ein Parkhaus (Domcenter Greifswald, Gehzeit ca. 1 Minute). Mehrere öffentliche Parkplätze grenzen unmittelbar an die Innenstadt an (Gehzeit ca. 15-20 Minuten).

Ehemalige Klinik für Innere Medizin

Sabine Koschinsky (Staatliche Bau- und Liegenschaftsverwaltungin Mecklenburg-Vorpommern) schreibt:

Historie - Standort - Baukonstruktion - Denkmalschutz

Der Gebäudekomplex Friedrich-Loeffler-Straße 23 befindet sich in der nördlichen Innenstadt südlich des Flüsschens Ryck. Die Erbauungszeit dieses ehemaligen medizinischen Campus mit seinen beeindruckenden, stadtbildprägenden Backsteinfassaden geht auf das ausgehende 19. und beginnende 20. Jahrhundert zurück. Die beiden Hauptgebäude Friedrich-Loeffler-Straße 23a und 23b (Ernst-Lohmeyer-Platz 1 und 3) sind als Einzeldenkmale in der Denkmalliste eingetragen. Ebenso steht der im Hofbereich befindliche "Obstgarten" (früher Patientengarten) unter Denkmalschutz.

Fachbereich Rechtswissenschaften (rechts).

Das Gebäude Friedrich-Loeffler-Straße 23a – die ehemalige Klinik für Innere Medizin – wurde ab den 1850er Jahren als Klinikgebäude auf dem Gelände errichtet und als solches bis 2012 genutzt. Architekt war der bekannte Greifswalder Gustav Emil Benedictus Müller. Es bildet zusammen mit den Gebäuden Loefflerstraße 23b, Teilen der ehemaligen Wirtschaftsgebäude entlang der Hunnenstraße und den kleinteiligen, zweigeschossigen Wohngebäuden entlang der Nordseite der Friedrich-Loeffler-Staße ein in sich geschlossenes Ensemble aus wertvoller, historischer Bausubstanz.

Es handelt sich um ein viergeschossiges, unterkellertes Gebäude in Massivbauweise mit Walmdach, welches auf Feldsteinfundamenten gegründet wurde. Die Konstruktion besteht aus Vollziegelmauerwerkswänden mit einer Klinkerfassade. Die Decken der beiden unteren Geschosse sind in der Regel als Gewölbe, in den oberen Geschossen als Holzbalkendecke ausgeführt worden. In den Fluren sind massive Kappendecken zu finden. Vereinzelte Stahlstein-, Stahlbeton bzw. Spannkeramikdecken sind infolge späterer Umbauten entstanden. Insbesondere in dem Bereich des Gebäudes, in dem sich die Hörsäle befinden, sind spätere Umbauten in zwei zusätzlich eingebauten Deckenebenen zu finden. Das Tragwerk des Daches besteht aus einem Pfettendach, das im Bereich des ursprünglichen Baus von 1859 mit Dachsteinen aus Beton und im neueren Hörsaaltrakt mit Preolitschindeln auf Schalungsbrettern gedeckt war.

Baumaßnahme - Konstruktive und bautechnische Besonderheiten

Der Umfang der Instandsetzung erstreckt sich über die Sanierung und statische Ertüchtigung der baulichen Konstruktion, die brandschutztechnisch notwendige Aufrüstung der Bauteile mit einer Unterteilung in Brandabschnitte, eine umfassende Schadstoffsanierung sowie vollständige Erneuerung der haustechnischen Anlagen und Installationen, die äußere Erschließung sowie die Gestaltung der Außenanlagen. Dabei werden neben der denkmalpflegerischen Zielstellung insbesondere auch die barrierefreie Erschließung, die schallschutztechnischen Anforderungen sowie baurechtliche Belange berücksichtigt.

Beispielhaft zu nennen sind hier u. a. folgende durchgeführte Maßnahmen:

  • komplette umfangreiche Schadstoffsanierung, insbesondere phenolhaltige Dielen sowie Entsorgung von Schadstoffen über Sicherheitsschleusen
  • komplette Sanierung der Fassaden und teilweise Trockenlegung der Außenwände
  • Aufarbeitung der Fassade (Ziegel) entsprechend Empfehlung des Restaurators
  • originalgetreue Reparatur bzw. Rekonstruktion von Schmuckelementen und Klinkerfassade
  • Sanierung und Erhalt diverser Kleineisenteile an der Fassade
  • Aufarbeitung aller aus der Erbauungszeit vorhandenen erhaltenswerten Fenster, Ausstattung mit energetisch besserer Verglasung bzw. Ausbau zu Kastenfenstern
  • Ersatz aller nicht originalen Fenster durch neue Holzfenster in Anlehnung an den historischen Bestand
  • vollständige Erneuerung der Dacheindeckung durch historisch belegte altdeutsche Schieferdeckung inklusive Erneuerung der Unterkonstruktion und Dachentwässerung
  • Herstellung eines ca. 65 m² großen Foyers am Haupteingang zum Bereich Lehre
  • Erneuerung der Hörsaalbestuhlung entsprechend Nutzeranforderungen
  • Aufarbeitung der aus denkmalpflegerischen Gründen zu erhaltenden ca. 60 historischen Kassettentüren und Zargen sowie deren akustische Verbesserung bei Bedarf
  • Anpassung historischer Flur- und Treppenhaustüren an geltende Brandschutzanforderungen
  • Erneuerung nicht erhaltenswürdiger Türen als Holztüren, in Anpassung an den historischen Bestand
  • Erhalt gusseisernes Treppengeländer aus der Erbauungszeit und Anpassung an geltendes Baurecht
  • Erhalt und Sanierung abgehängter historischer Kappendecken in den Fluren
  • Rückbau sämtlicher Einbauten im Dachraum
  • Erhalt der originalen Holzkonstruktion des Dachstuhles aus der Erbauungszeit, stellenweiser Austausch geschädigter Bereiche

 

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Standortentwicklungskonzept Campus Loefflerstraße

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