KreativEU
Blended Intensive Programme „Climate Law, Cultural Heritage and Sustainability”
Steigende Meeresspiegel bedrohen historische Hafenstädte, Extremwetter setzt jahrhundertealten Bauten zu – der Klimawandel macht auch vor Europas kulturellem Erbe nicht halt. Wie das Recht darauf reagieren kann, stand im Zentrum eines Blended Intensive Programmes (BIP), das Studierende aus fünf Ländern im September 2026 an der Södertörn University in Stockholm zusammenbrachte. Das IfEUS unter der Leitung von Prof. Dr. Sabine Schlacke war maßgeblich an der inhaltlichen Gestaltung des Programms beteiligt. In Stockholm waren neben der Universität Greifswald auch die Universität Camerino (Italien), die Universität Trnava (Slowakei) und die Valahia-Universität Târgoviște (Rumänien) beteiligt.
Das IfEUS, vertreten durch Institutsdirektorin Prof. Dr. Sabine Schlacke und wissenschaftliche Mitarbeiterin Marie Bärenwaldt, begleitete bereits vor Beginn des Auslandsaufenthaltes die virtuelle Einführungsphase des Programms. Dazu wurden verschiedene Vorträge über das EU-Klimarecht in Verbindung mit den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen sowie über das Recht und die Geschichte des deutschen Kulturerbes gehalten. Vor Ort gab Prof. Dr. Sabine Schlacke einen Überblick über die deutsche Klimagesetzgebung und ordnete diese sowohl in den europarechtlichen als auch in den völkerrechtlichen Kontext ein. Es fand ein angeregter Austausch zwischen den Professorinnen und Professoren sowie den Studierenden der verschiedenen Hochschulen statt. Gemeinsam wurde über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Klimagesetzgebung der fünf vertretenen Länder diskutiert.
Neben dem fachlichen Programm bot der Aufenthalt in Stockholm auch vielfältige Möglichkeiten zum persönlichen Austausch und zur internationalen Vernetzung. Bei einer gemeinsamen Stadterkundung und einem von der Gastuniversität Södertörn ausgerichteten Abendessen kamen die Studierenden und Lehrenden der beteiligten Hochschulen auch außerhalb des Seminarraums ins Gespräch. So entstanden persönliche Kontakte über die eigene Hochschule hinaus, die eine gute Grundlage für die weitere Projektarbeit sowie künftige Kooperationen bilden.
Aufgabe der Studierenden ist es nun, in internationalen Kleingruppen mithilfe ihres erlangten Wissens eine Projektarbeit zu erstellen. Dazu werden konkrete Fallstudien zu vom Klimawandel bedrohten Kulturerbe-Standorten in Europa herangezogen. Nach Recherchearbeiten soll dann jeweils eine Klimaanpassungs- und Resilienzstrategie entwickelt und interdisziplinäre Lösungsansätze an der Schnittstelle von Recht, Umweltschutz und Kulturerbe-Management aufgezeigt werden. Zur Auswertung werden sich die Professorinnen und Professoren sowie die Studierenden erneut im digitalen Raum treffen und gemeinsam über ihre Lösungsansätze debattieren.
Das Programm hat damit nicht nur einen rechtsvergleichenden Blick auf die Klimagesetzgebung der beteiligten Länder eröffnet, sondern auch die europäische und interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der KreativEU-Allianz vertieft. Für das IfEUS bot das Programm zugleich die Möglichkeit, seine Expertise im Klima- und Umweltrecht in einen europäischen Kontext einzubringen und gemeinsam mit den Partnerhochschulen neue Perspektiven auf die Zusammenhänge von Klimaschutz, Kulturerbe und Nachhaltigkeit zu entwickeln.
Das „Blended Intensive Programme on Climate Law, Cultural Heritage and Sustainability“ wurde im Rahmen der europäischen Hochschulallianz „KreativEU“ durchgeführt. KreativEU ist ein Verbund aus elf europäischen Hochschulen, die es sich als Ziel gesetzt haben, das kulturelle Erbe Europas ins Zentrum von Lehre, Forschung und Wissenstransfer zu stellen und darauf aufbauend innovative Lösungen für aktuelle und zukünftige gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen zu entwickeln.

