Aktuelles und Ankündigungen des Lehrstuhls


Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2020/21

Die im kommenden Semester angebotenen Lehrveranstaltungen können hier eingesehen werden.


Terminankündigung für den Schwerpunkt im Wintersemester 2020/21

Thema des Seminars: "Fehlentscheidungen und Wiederaufnahme im Strafrecht"

Die Anmeldung zum Seminar kann mit Angabe der Matrikelnummer bis zum 30.Juni 2020 per E-Mail an stefan.harrendorf@uni-greifswald.de erfolgen.

Bekanntmachung des Prüfungsausschusses Rechtswissenschaften:
4. Ausgabe der Themen der Studienarbeiten für das Wintersemester 2020/2021
Die Ausgabe der Themen der Studienarbeiten für das Wintersemester 2020/2021 erfolgt nach Wahl der Studierenden zum regulären Ausgabetermin Mitte/Ende Juli (13.-24. Juli 2020) oder Mitte September (14.-18. September 2020). Besteht der Wunsch auf Verschiebung des Ausgabetermins auf Mitte September, so kann dieser nur berücksichtigt werden, wenn der Wunsch dem die Seminararbeit betreuenden Lehrstuhl spätestens eine Woche vor Ende der Vorlesungszeit mitgeteilt wird (3. Juli 2020). Der betreuende Lehrstuhl übermittelt mit der Meldung der Studierenden (§ 24 Abs. 3 PrüfO) auch den Zeitpunkt der Ausgabe der Studienarbeit an das Zentrale Prüfungsamt.

Die Themenausgaben für den Schwerpunktbereich Kriminologie finden am 24.Juli 2020 und am 14.September 2020 statt. 

 

 


Aktuelle Veröffentlichungen

Criminal History Enhancements at Sentencing

In: Ambos / Duff / Roberts / Weigend (Hrsg.), Core Concepts in Criminal Law and Criminal Justice, Vol. I, Cambridge: Cambridge University Press 2020, S. 261 – 303 (mit Julian V. Roberts).

Summary (übernommen von cambridge.org)

A defendant’s prior crimes affect decision-making throughout the criminal process, from decisions taken by the police, prosecutors and investigating magistrates (bail), through to prison and parole authorities considering whether to release prisoners. It is at sentencing however, that criminal history has the greatest impact on decisions and the lives of defendants. Of all the aggravating factors, a criminal record is the most commonly invoked, the most powerful and also the most controversial. In general, people with prior convictions are treated more harshly in all criminal justice systems, civil and common law. This near-universal sentencing policy is variously described as a Recidivist Sentencing Premium, a Prior Record Enhancement, or Criminal History Enhancement; the German term is Strafschärfung für Rückfalltäter or, briefer, Rückfallschärfung. The penologist Nigel Walker referred to prior convictions as ‘the most obvious example of aggravation’ and Hessick and Hessick described the recidivist sentencing premium as ‘one punishment issue on which everyone seems to agree’. In this chapter, we argue that it is neither as obvious nor as consensual as these quotes suggest. Other authors seem closer to the truth when they describe ‘the controversial question of sentencing repeat offenders’.

Kriminologie und Kriminalpolitik im Dienste der Menschenwürde: Festschrift für Frieder Dünkel zum 70. Geburtstag

mit Beiträgen unter anderem von Stefan Harrendorf, Bernd Geng und Olivia Kühn, Christine Morgenstern und Dirk van Zyl Smit

Mönchengladbach: Forum Verlag Godesberg 2020 (Herausgeber zusammen mit Kirstin Drenkhahn, Bernd Geng, Joanna Grzywa-Holten, Christine Morgenstern und Ineke Pruin)

Die vorliegende Festschrift erscheint zum 70. Geburtstag von Frieder Dünkel.
Versammelt sind fünfundfünfzig Beiträge von Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schülern, Mitstreiterinnen und Mitstreitern, Freundinnen und Freunden – viele Autorinnen und Autoren sind dabei mehreren dieser Kategorien zuzuordnen.
Zusammengekommen sind dabei Beiträge aus 21 Ländern aus den Bereichen, in denen Frieder Dünkel forschend und lehrend aktiv war und ist – Kriminologie, Kriminalpolitik, strafrechtliche Sanktionen, Jugendstrafrecht, Straf- und Maßregelvollzug. Es finden sich Rückblicke und Überblicke, Fallstudien und Detailaufnahmen, Dauerbrenner und aktuelle Probleme, Theorie und Empirie, Landesspezifisches, Europäisches und Internationales.

Volksverhetzung und Volksvernetzung: Eine analytische Einordnung rechtsextremistischer Onlinekommunikation

In: KrimOJ 2020, S. 310 - 337 (Jens Struck, Pia Müller, Antonia Mischler, Daniel Wagner)

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Abstract (Übernommen von KrimOJ)

Aktuell findet in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen eine Auseinandersetzung mit menschen- feindlicher Kommunikation im Internet statt, etwa mit Begriffen wie Hate Speech bezeichnet. Häufig werden zwei analytische Perspektiven zur Deutung entsprechender Phänomene herangezogen. Es handelt sich zum einen um etablierte sozialpsychologische Ansätze wie Bestätigungsneigung und Homophilie, die im Kontext von Social Media mit algorithmisch gestützter Selektion verknüpft und mit Begriffen wie Filterblase und Echokammer behandelt werden. Zum anderen werden Lesarten herangetragen, die derartige Kommunikation als (strategischen) Versuch ansehen, Deutungsmacht oder Diskurshoheit zu erlangen. Hier ist vornehmlich das Konzept der kulturellen Hegemonie relevant, auf welches verwiesen wird, wenn etwa eine Verschiebung der Grenze des Sagbaren thematisiert wird. Im vorliegenden Beitrag wird eine Synthese dieser beiden analytischen Perspektiven hergestellt und diskutiert. Dazu werden sie definiert und ihre Berührungspunkte und Differenzen beschrieben. Darauf aufbauend werden verschiedene rechtsextremistische Äußerungen unter Zuhilfenahme dieser Perspektiven analysiert und eingeordnet.

Datenbanken, Online-Votings und künstliche Intelligenz – Perspektiven evidenzbasierter Strafzumessung im Zeitalter von „Legal Tech“.

In: Neue Kriminalpolitik 2020, S. 35 – 56 (mit Johannes Kaspar und Katrin Höffler)

Zum Volltext in der Nomos - eLibrary

Abstract (Übernommen aus der NK):

Der Beitrag befasst sich mit den Möglichkeiten, auf Legal Tech aufbauende Methoden evidenzbasierter Strafzumessung in das deutsche Strafrecht einzubringen. Hierzu wird zunächst geklärt, welche Formen der (zumindest partiellen) Evidenzbasierung sich für den Bereich der Strafzumessung überhaupt anbieten. Darüber hinaus werden verschiedene technische Ansätze, von Strafzumessungsdatenbanken bis hin zur automatisierten Strafzumessung mittels „schwacher“ künstlicher Intelligenz, diskutiert. Als Beispiel für eine bereits realisierte Strafzumessungsdatenbank wird dabei auf diejenige des japanischen Saiban’in-Systems verwiesen. Die Chancen und Risiken verschiedener Modelle der Legal Tech im Strafzumessungsbereich werden erörtert. Abschließend wird weiterer empirischer und normativer Forschungsbedarf konstatiert. 

Neue Wege in den Terrorismus? Deutungsmuster extremistischer Ideologien in Social Media

In: Rechtswissenschaft 2019, S. 481 – 524 (mit Antonia Mischler, Pia Müller und Bernd Geng).

Zum Volltext in der Nomos - eLibrary

Der Beitrag adressiert die Bedeutung des Internets als ein zentrales, weltweit nutzbares Kommunikationsmittel, dem, basierend u.a. auf dem sog. Social Identity Approach und dem Social Identity Model of Deindividuation Effects, ein besonderer Einfluss im Radikalisierungsprozess auf unterschiedlichen Leveln der Radikalisierung zuerkannt wird. Die Verfasser*innen argumentieren, dass ein tiefergehendes Verständnis der Rolle computervermittelter Kommunikation innerhalb von Radikalisierungsprozessen heutzutage auch für die Erklärung der Entstehung von terroristischen Gruppen und der Genese von Terroranschlägen einen wichtigen Erkenntnisbeitrag liefert. Es werden der theoretische Rahmen sowie erste empirische Befunde aus dem Teilvorhaben III des BMBF-Verbundprojekts „Radikalisierung im digitalen Zeitalter“ (RadigZ) vorgestellt, in dem internetbasierte Propaganda qualitativ und quantitativ analysiert wird. Im Beitrag liegt dabei der Fokus auf qualitativen Analysen von Kommunikationsprozessen in offenen bzw. leicht zugänglichen, rechtsorientierten bis rechtsextremen sowie salafistisch bis jihadistisch orientierten Social-MediaGruppen, insbesondere auf Facebook. Es werden die in diesen Gruppen verbreiteten, der rechtsextremen bzw. salafistisch-jihadistischen Ideologie zuzuordnenden Deutungsmuster beispielhaft anhand dreier Erhebungszeitpunkte und thematischer Anlässe (Attentat auf dem Breitscheidplatz 2016, Bundestagswahl 2017, „Berlin trägt Kippa“ 2018) analysiert und verglichen. Im Projekt wurden auch Daten aus geschlossenen, hochradikalen, teils terroristischen Gruppen erhoben; deren Analyse ist aber noch nicht abgeschlossen und wird daher erst in späteren Publikationen dargestellt. Schon die Analyse des bisher vorliegenden Materials zeigt aber die Gefahren auf, die aus ideologisch unterfütterter, polarisierender und menschenfeindlicher computervermittelter Kommunikation in Social Media erwachsen können.

Angewandte Kriminologie – Justizbezogene Forschung: 12. Kriminalwissenschaftliches Kolloquium und Symposium zu Ehren von Jörg-Martin Jehle, 22./23. Juni 2018

mit Beiträgen unter anderem von Frieder Dünkel und Stefan Harrendorf

Göttingen: Universitätsverlag Göttingen 2019 (Herausgeber zusammen mit Axel Dessecker und Katrin)

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Abstract (Übernommen vom Universitätsverlag Göttingen)

Am 22. Juni 2018 fand in Göttingen das 12. Kriminalwissenschaftliche Kolloquium, am folgenden Tag das Symposium aus Anlass des Abschieds von Jörg-Martin Jehle statt. Im selben Jahr wurde Jörg-Martin Jehle nach 22 Jahren an der Georg-August-Universität Göttingen emeritiert. Dieses Ereignis fiel zusammen mit dem 50. Geburtstag der Göttinger Kriminologie, dem das 12. Kolloquium gewidmet war. Das vorliegende Werk ist aufgrund dieser Veranstaltungen zustande gekommen und enthält einige zusätzliche Beiträge zu Ehren von Jörg-Martin Jehle von engen Weggefährtinnen und Weggefährten, die aus verschiedenen Gründen an den Veranstaltungen nicht mitwirken konnten. Der Band versammelt Aufsätze zur Geschichte kriminologischer Forschung an der Universität Göttingen sowie zu den Themengebieten freiheitsentziehende Sanktionen, Täterforschung, Sanktionswirkungen, Strafrechtsreform sowie historische und internationale Perspektiven. Dabei weisen alle Beiträge Bezüge zur Forschungsarbeit von Jörg-Martin Jehle auf.

 

 

Weiterentwicklung der Kriminal- und Strafrechtspflegestatistik in Deutschland

Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten, Berlin 2020, (mit Thomas Baumann, Hans-Josef Fischer, Wolfgang Heinz, Dina Hummelsheim-Doß, Monika Jungbauer-Gans, Robert Mischkowitz, Ralf Martins, Nina Palmowski, Marie Bormann, Mathias Bug und Nora Dörrenbächer).

Zu den Empfehlungen der Arbeitsgruppe

Kontakt

Lehrstuhl für Kriminologie, Strafrecht, Strafprozessrecht und vergleichende Strafrechtswissenschaften

Lehrstuhlinhaber
Prof. Dr. Stefan Harrendorf

Sekretariat
Kornelia Hohn

Domstr. 20
17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 2137